18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Zwischen Nadelbäumen und Plumsklo

Noch immer am Lake Tekapo verweilend, finden wir ein kleines kaum einsehbares und sehr einsames Plätzchen. Wir können unsere Autos direkt am Ufer parken und im wunderschönsten Sonnenschein lesen, kochen und uns wohlfühlen. Gemeinsam heben wir das erste Mal das Kajak ins Wasser und paddeln über die kleinen Wellen hinaus ins große Blaue. Mit jedem Paddelschlag scheinen wir ein Stück mehr ins Eiswasser zu gelangen. Kalt schwappt es ab und an über die Bootskante und trübt uns doch kein bisschen. Grinsend sehen wir uns an, erblicken die die Bergkette am Horizont und unsere Herzen strahlen. Ich probiere mich an einem veganen Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat und nach mühevollem Bohnen zerdrücken und Kichererbsen Mehl verteilen, ist sogar Jojo begeistert. Die Zeit scheint still zu stehen und wir können ausgiebig unsere Seele baumeln lassen. Erst spät am Abend machen wir uns auf die Suche nach einem legalen Stellplatz für die Nacht und fallen glücklich in unsere Betten als starker Wind bereits den sandigen Platz aufwirbelt.

Kanu fahren mit voller Begeisterung

 

Der nächste Morgen beginnt kalt und bewölkt. Unsere Route führt uns weiter vorbei an dunklen Nadelwäldern und die Bergkette am Horizont rückt mit jedem Kilometer näher. Wird imposanter und bald erkennen wir in der Ferne weiße Gipfel und Schneefelder. Eigentlich glauben wir es weder, noch können wir uns es vorstellen, doch es soll entlang unseres Weges noch eine Steigerung des eben besichtigten Sees geben. Das sagenumwobene Juwel Lake Pukaki liegt noch größer, bläulicher und glitzernder, eingebettet zwischen schroffen Felsen und goldenen Feldern. Dunkle Wolken und einige Tropfen Regen begleiten uns die letzten Minuten und als wir auf unserem sehr spartanischen Campingplatz direkt am Seeufer ankommen ist es so windig und kalt dass wir kaum aussteigen wollen. Es gibt lediglich eine windschiefe Hütte mit einem stinkenden Loch und kreisenden Fliegen auf dem mit Kiefern bewachsenem Hügel. Etwas enttäuscht kümmern wir uns zunächst um unseren Stellplatz und spannen eine Plane zwischen den Wägen. Wesentlich windgeschützter sitzen wir dick eingemummelt auf den wackligen Klappstühlen und mampfen etwas Nahrhaftes. Als alle Bäuche gesättigt sind, reißt die Wolkendecke plötzlich auf und wunderbar warme Strahlen der Sonne lassen den See in einem ungeahnten Eisblau schimmern. Der Himmel färbt sich blitzschnell stahlblau und starker Wind lässt die dunklen Kiefern noch mehr rauschen. Mit gezückter Camera und Mützen auf unseren Köpfen starten wir einen Spaziergang durch die unberührte Landschaft. Dave und Jojo lassen Zapfen und Steine übers Wasser und durch den Wind flippern und haben so viel Spaß wie in Kindheitstagen. Wir sind überwältigt von den Farben, der unverbauten Landschaft und verblüfft darüber wie wenig andere Reisende wir antreffen. Dankbar darüber wie oft Gott uns nun schon kleine Sonnenstunden eingeschoben hat und sich punktgenau um uns kümmert.

 

In den frühen Abendstunden ziehen wir uns erneut unter unsere gespannte Plane zurück und werfen im Kerzenschein eifrig die von Jojo mitgebrachten bunt schimmernden Würfel auf unseren klapprigen Campingtisch. Im ab und anschwellenden Geruch des völlig überlaufenden Plumsklos wird erbittert um die Endzahl 10.000 gekämpft. Aber natürlich haben Anfänger wie Jenny und ich gegen die seit Jahren praktizierenden Könner Dave und Jojo keine Chance. Es wird mitgefiebert, gelacht und gehofft, zeitweise verzweifelt und laut gejubelt. Ich genieße jede Minute davon.

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