18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Warteschleife

Schon wieder ein neuer Eintrag und ich weiß gar nicht mehr was ich schreiben soll ohne die Leser zu langweilen. Ob überhaupt noch jemand liest? Vielleicht interessiert es auch gar niemanden mehr was wir so weit weg von Deutschland alles erleben. Vielleicht ist es auch zu unspektakulär immer nur von grünen Wäldern, blauen Flüssen und mächtigen Gebirgszügen zu lesen. Von wilder und rauer Natur und von den Gefühlen eines kleinen Menschen. Ich will ehrlich sein, hätte Dave nicht so spektakuläre Bilder, dazu so viel Mühe und Zeit in die Entwicklung investiert, so würden hier keine Zeilen stehen. Also lasse ich heute mal nur die Photographien für sich sprechen und wahrscheinlich könnt ihr meine Gefühle bei derer Betrachtung gleich nachempfinden. An all diesen Orten stand ich, im gleißenden Licht der Mittagssonne, in dieser unglaublichen Höhle mit den Myriaden an leuchtenden Würmchen und vor den Gewässern mit einer Farbe die jeglicher Natürlichkeit widerspricht. Es waren besondere, unwirkliche und glückserfüllte Momente- aber hab ich das nicht schon hundertmal erzählt? Mich bis ins Detail verausgabt? Und derweil bleibt ein Bach immer noch ein Bach und ein Wald einfach ein Wald. Ob ich gerade eine depressive Anwandlung habe? Nein, eher hänge ich in einer Warteschleife. Habe das Gefühl um die Aufmerksamkeit im Internet mit reißerischen Storys und dramatischen Überschriften buhlen zu müssen. So ist das also, im 21. Jahrhundert und der Onlinewelt. Dabei möchte ich das gar nicht. Eigentlich möchte ich euch nur teilhaben lassen, an einer nicht von Menschenhand erschaffenen Schönheit. Euch mitreisen lassen, ohne es klingen zu lassen wie ein abgetipptes Zeitprotokoll. Bin ich also am Ende mit all meinen Berichten doch gescheitert? Habe ich mich überschätzt und meine Geschichten will einfach keiner mehr hören? Lesen die Wenigen gar aus Höflichkeit? Fragen die Unmut in mir auslösen und sämtliche Kreativität im Keim ersticken. Also schließe ich nun mit lausigen 327 Wörtern und verweise stattdessen auf die unberührten Orte dieser Südinsel mitten im Pazifik. Mögen sie dem ein oder anderen Wohlwollen entlocken.

Auf meiner mobilen Neuseeland App werden immer wieder Fähnchen angezeigt. Sogenannte POI (point of interest). Dieses Mal finde ich einen der da heißt: inspirierender Steinhaufen am Straßenrand. Da war sowieso auf neben dem besagten Straßenrand vorbei fahren, beschließen wir wie so oft, einfach kurz halt zu machen, einen Kaffee zu trinken und zu schauen. Und, tatsächlich.. Ein inspirierender Steinhaufen!! Lauter schneeweiße Steine, jeder mit einer ganz persönlichen Nachricht, oder einfach den jeweiligen Namen, sozusagen als Beweis, dass man da war.

 

Und das war wohl die süßeste Nachricht des ganzen Haufens.

 

Wieder mal eine kleine Bootsfahrt, diesmal mit dem Brüderchen. Zwei Stunden lang auf dem schon im Titelbild zu sehenden, strahlend blauem Gletscherfluss.

Natürlich nicht ganz ohne Zwischenfall. Während wir auf eine Stromschnelle zurasen, packe ich mir noch geistesgegenwärtig die lose im Boot liegende GoPro und zwei Augenblicke später steht die Welt auch schon Kopf. Allerdings ist das nach dem Rudern in der Hitze eine wilkommene Abkühlung und die 10€ ‚teure‘ Brille ist auch leicht zu verschmerzen.

 

Achja, und hier der von Clara schon kurz erwähnte derbe blaue Flusslauf. Beziehungsweise wir halt davor.

 

Und hier nochmal, nur diesmal ohne störenden Blickfang (Jojo hab ich abgeschnitten)

Noch ein Bild.
Jenny Clara und Jojo haben wieder einmal mehr geduldig im Auto gewartet, während ich über Zäune von Brücken oder einfach nur über Steine klettere. Danke!!

 

Und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss.. Hahaha!!
Sehr passend wäre hier das Weltberühmte Zitat aus dem animierten Zeichentrickfilm ‚Shrek‘.
– ‚Des Tags ist es so, doch des Nachts ganz anders‘. Oder so ähnlich, aber seht selbst welche Transformation dieser Ort bei Dämmerung durchläuft.

 

Waaaaaaas?
(Das Lich stammt übrigens von vorbeifahrenden Autos)

Man krabbelt also durch einen extrem schmalen und beengenden Eingung durch eine Felswand direkt an der Straße und schon befindet man sich an einem, zumindest gefühlt, völlig anderem Planeten. Ein Wurmloch quasi im wahrsten Sinne des Wortes.. Hahahaja! Wen die Glowwormbilder schon langweilen – selber schuld!

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