18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Über steile Straßen und steile Klippen

 

Ausgeschlafen wach ich in unserem Campervan auf und blicke mal wieder aus dem Fenster. Auf der Rennbahn sprintet ein Vollblüter, laut trommeln seine Hufe auf dem erdenem Grund. Wie ich feststelle, sind wir mit die einzigen auf dem Platz und haben wohl deutlich länger geschlafen als der Rest. Genüsslich ziehe ich mir erneut die Decke bis zur Nasenspitze. Entgegen aller Wettervorhersagen scheint die Sonne und wir genießen ein Frühstück in großer Ruhe. Eigentlich kostet dieser Platz 15 $ die Nacht, doch wie ich insgeheim erfreut festgestellt habe sind die Notizzettel ausgegangen und auch von der Box in dem man das Säckchen mit den Scheinen schmeißt, fehlt jede Spur. „Yes“, denke ich mir. Endlich mal wieder was gespart. In diesem Moment schlagen Dave und Jojo vor das Geld trotzdem zu zahlen. Sofort begehrt es in mir auf und der Geiz meldet sich mit erhobenem Zeigefinger zu Wort. Kleine Rauchwölkchen müssen aus meinen Ohren zischen und meine altbekannte Zornesfalte hat sich wohl auch zwischen meine Brauen geschlichen, denn Dave macht mich darauf aufmerksam was ein ehrliches Herz entscheiden würde und auch was Gott uns in den letzten Tagen schon alles geschenkt hat. Damit hat er mich kalt erwischt und unter einem kleinen Anflug von Rechtfertigung ergebe ich mich schließlich doch. Ich fertige einen Briefumschlag an und schreibe noch einen nette kleine Nachricht dazu, schiebe das ganze unter dem Türschlitz des Rennbahnhauses hindurch und weiß, dass es das Richtige wahr.

Mit frohem Gemüt und warmen Sonnenstrahlen ziehen wir von dannen und begeben uns in die nächstgelegene Stadt Dunedin. Dort gibt es eine Sehenswürdigkeiten der besonderen Art. Die steilste Straße der Welt wartet von uns begangen, betrachtet und mit Staunen begrüßt zu werden. Und tatsächlich kommt der ein oder andere bei dem Marsch nach oben ins Keuchen.

Interessante Perspektiven ergeben sich bei so einer steilen Straße.

 

Jenny & Jojo natürlich immer mit dabei!

Wir fahren weiter, wieder ein Stück an die Küste und machen Halt beim viel belobten Tunnelbeach. Starker Wind hat aufgezogen und düstere Wolken lassen die Sandfelsen dramatisch wirken. Umgeben von grün wogendem Gras führt ein schmaler Pfad steil den Hang hinab. Unten angekommen breitet sich ein riesiges Plateau, durchlöchert von den Gezeiten vor unseren Augen aus. Senkrecht fallen die Wände ab, donnernde Wellen brechen sich am Stein und vertiefen die Erosionen. Keine Sicherheitsabzäunungen oder sonstige Vorrichtungen gewähren Sicherheit und man darf sich überall hinbegeben. Ein Bisschen wie ein Spielplatz für Erwachsene- und so steben wir auseinander und klettern auf Felsen, laufen bis an den Rand der Klippe und sind überwältigt von der Rauheit und der immensen Größe dieser Natur. Zum Abschluss entdeckt Jojo noch eine Robbe die auf einer Welle surft und sichtlich Spaß hat. Nach ungefähr 200 Bildern und vom Wind verstrubbelten Haaren machen wir uns an den Aufstieg zurück zum Auto.

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