18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

The Arctic Circle

Seit Stunden schon steht die Sonne tief, strahlt ihre Wärme auf uns herab und taucht die tiefgrüne Landschaft in goldenes Licht. Es scheint als müsse sie jeden Moment hinter dem Horizont verschwinden und der blauen Stunde Platz machen. Doch nach über 4000 km haben wir endlich den Polarkreis erreicht und dürfen staunend das erste mal miterleben was es bedeutet, nicht nur dir Mitternachtssonne zu genießen, sondern durch niemals endende Tage zu reisen. Zeit tritt in den Hintergrund und schafft völlig neue Dimensionen.

Da ich für diesen Beitrag nicht wirklich die passenden Bilder habe, werden die Fotos von Unterwegs ohne jeglichen Zusammenhang und willkürlich in den Text eingefügt.

Aufgekratzt rutschen wir auf unseren Sitzen umher und betrachten die sich nun immer mehr wandelnde Landschaft. Ganz deutlich wird es rauer und wilder. Seichte grüne Steppen werden von scharfkantigen Gesteinsbrocken abgelöst und die ersten Gebirgszüge tauchen am Horizont auf. Mit pochendem Herzen nähern wir uns der norwegischen Grenze. Dunkle Wolken türmen sich am Himmel, kalter Wind braust uns um die Ohren.

Die braunen Gewässer Schwedens machen den stahlblauen ersten Fjorden Platz. Und dann, den letzten Pass erklimmend, haben wir es geschafft. Stolz wie Bolle klopfen wir unserem Vehikel aufs Blech, beglückwünschen alle Anwesenden und rollen freudestrahlend über die höchste Grenze, die wir je passiert haben. Mit rauschenden Wasserfällen begrüßt mich mein Lieblingsland, lässt die gut verdrängte Sehnsucht hierher auszuwandern mit einem Schlag aufleben. Ungezähmte Leidenschaft für diese raue, zerfurchte, wilde Landschaft. In der man sich so klein fühlt und die eignen Probleme so bedeutungslos erscheinen.

 

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