18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Sonnenaufgang in den Mangroven

Das frühe aufstehen sind wir bereits gewohnt und so ist es nicht allzu schlimm als wir uns in völliger Dunkelheit, früh morgens mit Kim und Flo vor unserem Surfshop treffen. Wir werden bereits von einem TukTuk Fahrer erwartet und steigen in die kleine Kabine des motorisierten Dreirads. Ich bin gespannt, ob wir wohl Tiere sehen werden die ich noch nie zuvor gesehen habe? Nach langem Überlegen und Abwägen der Möglichkeiten haben wir uns für eine Lagoon Safari entschieden. Hier in Sri Lanka gäbe es eigentlich so viele Möglichkeiten wilde Tiere zu sehen, doch haben wir uns gegen sämtliche Elephantenhäuser und Jeeptouren entschieden. Überall werden die Tiere in Ketten gelegt, oder von Touristenmassen überrannt. Da verzichte ich lieber auf die Gelegenheit und sehe mir weiter Dokus auf N24 an.

Pünktlich zum Sonnenaufgang legen wir ab.

Mit den ersten Sonnenstrahlen verlassen wir das Ufer.

Mit den ersten Sonnenstrahlen steigen wir auf einen kleinen Katamaran und fahren mit den Einheimischen Fischern durch die Lagune. Wir bekommen Ferngläser und Schwimmwesten gereicht, werden informiert dass wir auf keinen Fall die Füße oder Hände ins Wasser stecken dürften. Hier gäbe es Krokodile. „Ok Clara, willst du wirklich so nah am Abenteuer sein?“, frage ich mich selbst. Als wir über das seichte Wasser in Richtung Mangrovenwälder gleiten weiß ich dass ich es unbedingt will. Stille, die lediglich von dem Platschen des Holzruders unterbrochen wird, herrscht über dem Gewässer. Ein Vogelschrei ertönt aus den Wäldern. Andächtig genieße ich diese Stimmung, als unser Guide uns bittet die Schwimmwesten auszuziehen. „Safty first!“, sagt er leise und bedeutet uns ganz still zu sein. Er zeigt auf das sumpfige Ufer. Ich komme nicht ganz mit und muss noch an die Krokodile denken, als ich die mächtige Erscheinung eines Elephanten erkenne.

Sieht zwar aus, wie zwei Elefanten, sind aber auch zwei Elefanten.

Sieht zwar aus, wie zwei Elefanten, sind aber auch zwei Elefanten.

Die Neonfarbe der Schwimmwesten könnten die Tiere aggressiv machen, erklärt unser Mann nun und ich höre tiefen Respekt in seiner Stimme gegenüber den Tieren. Langsam kommen wir dem Dickhäuter näher, halten jedoch genügend Sicherheitsabstand. Und dann sehen wir plötzlich die ganze Herde. Einige pflücken Blätter von Bäumen oder werfen sich mit ihrem Rüssel Staub auf den Rücken. Eine Vogelschwarm erhebt sich vom Ufer und lässt die Szene wie ein National Geographic Bild wirken. Ich bin sprachlos. Während wir weiter in die Mangrovenwälder schippern, laufen die Elephanten noch eine Weile neben uns her und lassen uns genügend Zeit sie zu bestaunen. Unser Guide weist uns auf die verschiedensten Vogelarten hin und deutet auf Affen die sich in Baumkronen lausen. Staunend betrachte ich die tiefgrünen Mangroven, deren Wurzeln sich von den Ästen gen Wasser strecken.

Quasi lautlos gleiten wir dahin.

Quasi lautlos gleiten wir dahin.

Ich mache Dave auf den in einem toten Baum sitzenden Greifvogel aufmerksam. Es ist ein Adler, der trotz seiner kleineren Größe plötzlich majestätisch die Flügel spannt und direkt über unseren Köpfen eine Runde fliegt. Immer weiter führen die Fischer unser Boot in die Tiefen der Lagune. Umgeben von Wurzeln und tiefem Grün ist kein Ufer mehr in Sicht. Mit einem Mal bedeuten uns die Fischer leise zu sein und halten dann plötzlich das Boot an. Unsicherheit macht sich breit, leise sprechen sie unter einander in ihrer Muttersprache. Unser Guide deutet aufgeregt auf einen grauen Punkt vor uns im Wasser. Er reicht mir das Fernglas. Ich blicke hindurch und sehe den Kopf eines Krokodils. Es ist noch weit entfernt, trotzdem habe ich nicht das Bedürfnis das Tier näher kennen zu lernen. Auf unserer Scholle würden wir mit einem Happs verspeist werden. Wir warten noch eine Weile und nehmen dann eine andere Abzweigung durch die Wälder. Ich bin froh, dass wir so umweltbewusste und wenig übermütige Führer haben. Erst gestern soll bei einer anderen Landsafari ein Elephant den Jeep angegriffen und demoliert haben.

Auf unserem Rückweg sehen wir Fischer die im Dunst der Lagune gekonnt ihre Netze auswerfen. Konzentriert lassen sie sich durch nichts aus der Ruhe bringen und bieten einen wunderschönen Anblick. Wieder an Land endet unsere Tour mit der Besichtigung einer 2000 Jahre alten Tempelruine.
Zeit fürs Frühstück… es ist schließlich erst 10:15 Uhr.

« »

© 2019 18-300mm. Theme von Anders Norén.

%d Bloggern gefällt das: