18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Neuseelands Wälder

 

Sandflys. Tausende Sandflys in unserem Auto. Myriaden kleiner schwarzer Biester fliegen in Schwärmen umher, ergießen sich auf unsere Hautareale und tun sich gütlich an unserem Blut. Mühevoll warten wir in äußerster Anspannung, mucksmäuschenstill auf unseren Sitzen, bis sie in das kleine Autolicht surren um schließlich kaltblütig von einem Taschentuch gekillt zu werden.

Als wir dann endlich alle abgemurkst haben bemerke ich, dass ich noch mal aufs Plumsklo muss. Kleinlaut tue ich meinen Wunsch Dave kund, dem darauf ein panischer Schreckenslaut entfährt. Kategorisch lehnt er ab und so bleibe ich im Auto, sehnsüchtig aus dem Fenster blickend und auf schnellen Schlaf hoffend. Doch meinem Verlangen wird nicht stattgegeben, draußen zieht mal wieder ein stürmischer Wind auf, Regen trommelt auf das Autodach und tropft durch die Ritzen. Irgendetwas scheppert und verbissen kratze ich an meinen Füßen, an denen sich eine nicht zu unterschätzende Anzahl an juckenden, roten Beulen angesammelt hat. Diese vermalledeiten Sandflys.

Kühle Morgenluft und sich lichtender Nebel läuten den neuen Tag ein. Zur Ablenkung gibt es leckeres französisches Brot, dass wir gestern Abend einfach so geschenkt bekommen haben. Unseres war ausgegangen und – was soll ich sagen- Gott kümmert sich. Vier Leibe und drei Stangen wurden von einer Französin eilig auf unseren Tisch gelegt, lächelnd mit den Worten, dass wir doch sicher Bakery-Bread mögen würden und dass sie gleich weiter müsse, als sie auch schon verschwand. Gestärkt trotzen wir der Kälte, mummeln uns in Mützen und Schals und fahren ein Stück weiter auf unserer Route. Um an diesem Punkt mal alle Fragen zu klären- ja hier ist Sommer. Doch aufgrund der generellen Klimaerwärmung spielt auch in Neuseeland das Wetter verrückt und alle Einheimischen sind sich einig, dass sie Zeit ihres Lebens noch nie solche Monate erlebt haben.Wenngleich man jedoch auch berücksichtigen muss, dass wir uns sehr weit südlich auf der Erdkugel befinden und antarktisches Wetter sich immer mal wieder bemerkbar macht. Hingegen ist es regelrecht unerträglich heiß, wenn die Sonne uns auch nur für fünf Minuten Aufmerksamkeit zollt. Sonnenbrand ist also schon im Minutenbereich vorprogrammiert. Doch von all den Wetterumschwüngen lassen wir uns nicht die Laune verderben, Gott kümmert sich immer irgendwie um eine kleine, liebevolle Aufmerksamkeit und den Rest erledigt die unglaubliche Natur Neuseelands.

Am Mc Lean Wasserfall angekommen, laufen wir Hand in Hand in den dunklen Wald hinein und bald ist mir klar, dass wie immer auch der Wasserfall ausehen mag, er für mich persönlich, den Wald nicht toppen kann. Erfürchtig bleibe ich stehen, sauge jedes Detail in mich auf und speichere es tief ab. Ein schmaler Pfad führt in das grüne Dickicht. Durchdrungen von feuchtem Moos, über und über behangen von verschiedensten Schlingpflanzen und ausgestattet mit den prächtigsten Farnarten breitet sich die Fauna vor mir aus. Farbverläufe innerhalb eines winzigen Blattes, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Alles wirkt verwunschen, magisch, unberührt und gleichzeit uralt. Rauschend fließt dunkles Wasser über Moosbewachsene Steine, gluckert und erzählt Geschichten von längst vergangener Zeit.

Mmhh.. Sieht aus wie ein Wasserfall. Aber welcher? Tut mir wirklich Leid, aber das weiß ich nicht mehr. Muss aber in Neuseeland gewesen sein.

Noch einer der vielen Wasserfälle, welche wir an diesem Tag besuchten.

Wie im Märchen. Die Schöne und das Biest =) Und ihr habt es bestimmt schon gemerkt: Noch ein Wasserfall!

Während Jojo und Jenny sich in ein naheliegendes Cafe verziehen, haben Dave und ich eine richtig gute Zeit im Wald. Zusammen suchen wir die nun zu sehenden Fotoobjekte aus und machen die Bilder sozusagen gemeinsam. Wobei natürlich mein Herr und Meister die Regler und Knöpfe an unserem besten Stück bedient und ich hingegen eher geschäftig Ideen von mir gebe. Es ist trotzdem ein Fortschritt wenn ich nicht mehr nur im Gebüsch kauernd auf ihn warte und mich stattdessen einbringe. Und so vergessen wir fast die Zeit, geben immer mehr Stauneslaute und Ideen von uns und sind für Stunden im Wald verschollen.

Clara versucht sich unbemerkt über die Brücke zu schleichen, aber wie ihr seht, hat das wohl nicht ganz so gut geklappt. ‚Wer eine Frau gefunden hat, der hat es gut; es ist ein Zeichen der Güte des Herrn.‘ (Sprüche 18:22)

Auch ich sage zum Herrn: ‚Du schenkst mir Zuflucht wie eine sichere Burg! Mein Gott, dir gehört mein ganzes Vertrauen!‘ (Psalm 91:2)

An den Namen dieses Wasserfalls kann ich mich noch erinnern: Die Purakaunui-Falls!

‚Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden. Wer sich gerne reden hört, muss mit den Folgen leben.‘ (Sprüche 18:21)

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