18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

In Much’s Himmel

Herrlich ausgeschlafen und gut erholt schlüpfen wir in unsere Flip Flops und machen uns auf den Weg zur Monorail. Unterwegs staunen wir wie günstig Wasser, Eistee oder Mountain Dew’s angeboten werden. 25 Cent die Dose, da kann Mann ja schlecht nein sagen! Zwischen all den Chinesen und Malayen laufen wir mit unseren Smoothies durch lange Korridore, Treppen rauf und runter. Unterhalten uns über die besten Graffities der Stadt, bestaunen Hochhäuser und stehen dann vor unserem Ziel. Ein eisernes Tor ragt zwischen dichtem Urwaldgrün empor, ein Vordach heißt uns willkommen. Zwei Tickets und wir werden durch einen Torbogen und einen Plastikvorhang geschleust. Und dann stehen wir plötzlich mitten drin: in Malaysias schönstem Schmetterlingsgarten. Kleine, wunderschön angelegte Pfade führen über Flüsse und Teiche, durch dichtes Grün, an Höhlen vorbei. Absichtlich gewollt überwucherte Lauben bieten Aussichtspunkte, Bänke stehen zur Rast bereit. Und durch all die bunten Blüten und das dichte Grün flattern leichtfüßig unzählige Arten von Farbprächtigen Faltern. Nur ein paar Schritte und direkt vor meinen Augen fliegen die schönsten aller blauen, geben und roten Exemplare. „Hier müsste dein Bruder sein!“, sage ich völlig begeistert zu Dave, der staunend nickt. „Jaa, der wüsste jetzt auch alle genauen Bezeichnungen“, fügt er dann noch hinzu. Die nächsten zwei Stunden tapsen wir wie durch ein Wunderland, halten bei jeder dritten Blüte an und bewundern diese zarten Schönheiten Gottes. Dave gibt einige interessanten, von seine Bruder stammende Informationen zum Preis und erklärt mir die Arten.

Zwischen all dem Grün sind liebevoll Raststationen für die Schmetterlinge errichtet worden: Kleine Tabletts mit Honigbeträufelten Hibiskusblüten oder geschälte Bananen und Ananas Streifen. Ich stelle mir vor wie all die kleinen Geschöpfe Namen haben und sich für den Abend im ‚Restaurant zur Hibiskusblüte‘ verabreden. Sich auf den roten Blättern niederlassen und sich über das Erlebte am Tag unterhalten. Hier und da führt einer der großen ‚Troides‘ eine der ‚Graphium‘ Damen zu einem Date in die ‚Bananenlounge‘ aus und reicht ihr im Sonnenuntergang einen Honigtropfen. Wenn längst alle Tagestouristen und Pfleger verschwunden sind und langsam die Dämmerung einsetzt, flattern sie verliebt über den Seerosen Teich und treffen sich mit den Glühwürmchen in der ‚Farnbar‘. Alle kichern und plappern wild durcheinander, tanzen zum Zirpen der Grillen. Hier und da sorgt ein Quaken, der im Gebüsch versteckten Unke für Aufregung, doch setzt die bunte Treiben sogleich wieder ein. Die Libellen Officer lehnen gekonnt an der Reling und haben alles im Griff. Doch plötzlich… „Clara, komm mal hier rüber!“, reißt Dave mich aus meiner Fantasiewelt und deutet auf eine Metalltür. Ein letzter Blick auf die Hibiskusblüten und ich eile dem aufgeregten Dave hinterher.

Restaurant aus Hibiskusblüten...

Restaurant aus Hibiskusblüten…

Im Keller des Eingangsgebäudes hat er unzählige Terrarien mit Käfern und Vogelspinnen entdeckt. ‚Riiiesige, riiiesige‘ Heuschrecken, wie Adam sagen würde, sind auch mit von der Partie. Schwarze Skorpione und Hirschkäfer sitzen auf Ananas Scheiben und blicken mich aus tristen Augen an. Tiere in Käfigen, nur für den Menschen. Meine Euphorie über den schönen Schmetterlingsgarten senkt sich bereits wieder und ebbt schließlich ganz ab als ich die Schildkröten im Wasserbecken sehe. Ob es der Mensch je schaffen wird andere Spezies ganz und gar zu respektieren und dementsprechend zu behandeln? Ich hoffe ich darf diesen Tag irgendwann einmal erleben. Das ist jedoch wahrscheinlich genauso utopisch wie meine Phantasiegeschichten über die ‚Bananenlounge‘.

Ach ja, Much… nun darfst du uns alle mit deinen Kenntnissen beglücken und unseren Wissensdurst mit unzähligen fachlich adäquaten Kommentaren stillen.

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