18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Groß und wunderbar, sind all deine Taten…

Ein Blick aus dem Fenster und mein Herz schlägt höher. Türkisfarbenes und dunkel blaues Wasser umspült weiße Sandstrände. So viele kleine Inseln. Die Sonne scheint in ihrer ganzen Pracht und ich kann mein Glück kaum fassen. Alle sind gesund, das Wetter ist traumhaft. Es kann endlich losgehen und ich bin mitten drin. Wir steigen auf der Insel Bohol aus dem Flugzeug und nehmen eine Fähre auf die nächste kleine Insel. Nach vier weiteren Stunden im Einheimischen Getümmel stehen wir in blendend weißen Sonnenschein am Pier von Siquijor. Ein angenehm warmer Wind zupft an unserer Kleidung, grüne Kokosnusspalmen biegen sich im Wind. Unglaublich strahlend blaues Wasser plätschert gegen die Steinmauer und ich strahle von einem Ohr zum anderen. Wir scheinen im Paradies angekommen zu sein. Nur ein paar Schritte und schon sitzen wir neben einem sehr freundlichen Fahrer in seinem Tricycle. Er werde uns helfen eine Unterkunft zu finden und bietet uns, unsere eigenen Mopeds für die nächsten drei Tage an. Während wir mit unserem Gefährt durch dichtes Grün knattern, wird schnell klar dass es hier so schön ist wie in keinem asiatischem Land zuvor. Nirgendwo sind große Gebäudekomplexe zu sehen, alles ist ursprünglich und Natur belassen. Kleine Palmenhüttchen stehen am Straßenrand, einheimische Kinder winken uns begeistert zu. Kein Müll, kein Gestank, keine Lautstärke. Nur Palmen, Sandstrand, blaues Meer und kleinere Resorts. Direkt beim erst besten halten wir an. Ein Bambustor steht einladend offen und wir werfen einen Blick in die Anlage. „Das können wir uns unmöglich leisten!“, spreche ich die Gedanken der anderen zwei aus. Sandige Wege führen durch wunderschön angelegte Blumenbete. Zwischen großen Palmen und grünen Laubbäumen liegen vereinzelt mit Palmenblättern gedeckte Bungalows. Am Ende des Grundstücks blitzt das blaue Meer an einem weißen Sandstrand hindurch. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen alles in ein goldenes Licht. Vor lauter Staunen über die Schönheit dieses Areals bekomme ich meinen Mund gar nicht mehr zu. Obwohl es unbezahlbar erscheint, wollen wir doch einen Blick in die Zimmer werfen. Groß und geräumig, sehr sauber und mit einem einladenden Bett liegt das Apartment vor uns. Seufzend wenden wir uns wieder zum gehen und fragen zögernd nach dem Preis für eine Nacht. Mein Mund klappt noch weiter auf, als Dave mir vor rechnet dass es pro Person nur 7 Euro kosten würde. Ich kann es nicht fassen. Jetzt werde ich also sogar in einem unglaublich schönen Resort mit Pool und Hängematten direkt am weißen Sandstrand wohnen. Und das so günstig wie noch nie…

Nachdem wir alles ausgepackt haben und sich die überschäumende Freude etwas gesetzt hat, spaziere ich durch den angelegten Garten und blicke auf die untergehenden Strahlen der Sonne. Mit einem mal wird mir klar wie klein ich bin und wie sehr Gott mich lieben muss. Die ganze letzte Woche war ich enttäuscht und wütend darüber was ich alles verpasse. Wie viel Zeit ich verloren habe und wie unsagbar schlecht das Wetter war. Ich hatte große Angst, dass ich die Philippinen nur von ihrer schlechten Seite kennen lernen würde. Dabei wollte ich doch unbedingt einmal in einem so blauen Wasser baden, wie man es überall auf den Google Bildern sehen kann. Ich kleines Menschlein hatte wieder einmal völlig vergessen, dass ich nicht alleine bin. Und, dass da jemand ist, der einen sehr viel besseren Plan hat als den meinigen.  Und der ihn mir trotz all meines Unglaubens in aller Liebe offenbart. Unsägliche Dankbarkeit überkommt mich: Ich bin bei allerbesten Wetter in einem sagenhaft schönen Resort auf einer einsamen Insel. Eine meiner besten Freundinnen und mein über alles geliebter Davie sitzen neben mir. Das Wasser hier hat die Farbe, die ich mir immer gewünscht habe, es ist ganz warm aber nicht zu heiß. Das Essen ist so lecker wie schon lange nicht mehr- und alles zu einem Preis bei dem nicht mal ich ein schlechtes Gewissen bekomme. Ich kann mich mit einem Buch in die Hängematten zwischen den Palmen legen, oder mit dem Moped die Insel erkunden. Sogar das Internet funktioniert überdurchschnittlich gut. Gott hat mir alles was ich verloren geglaubt zu haben schien doppelt und dreifach zurück gegeben. Doch auf eine Art und Weise die meine eigenen Wünsche um ein vielfaches übersteigen. Ich werde ganz still und bin etwas beschämt. Und doch weiß ich wie sehr Jesus jetzt gerade lächeln muss, weil er sich so mit mir freut.

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