18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Golden Triangle

6 Uhr morgens, 2 h Schlaf, 6 h Zeitverschiebung

Der Tag beginnt. Voller bange stehe ich am Kofferband. Nur ein Gedanke beherrscht mein müdes Gehirn. Was machen wir, wenn einer der Rucksäcke fehlt? Oder gleich beide. Ich sehe den liegen gebliebenen Koffern der schon nicht mehr anwesenden Passagiere des letzten Flugs hinterher, kratze mich an der Schläfe. Lege die Stirn in Falten, gucke nach rechts. Gehe zwei Schritte nach links. Dave ist pinkeln. Dem Bild einer leicht hysterischen Frau in den Zwanzigern, tippele ich um das ganze Band. Nichts. „Na, gibts schon was neues?“, lässt Dave locker, lässig hinter mir verlauten. Meine antwortende Stimme klingt etwas panisch, während er sich nur gemütlich auf die Bank setzt. Wo hat der Mann diese Ruhe her? Und dann sehe ich meinen großen grünen Packsack. Gleich darauf kommt auch Dave Rucksack um die Ecke, sein Packsack ist ziemlich zerissen und sieht auch diesmal etwas ramponiert aus, aber! Er ist da! Ich bin unendlich glücklich.

Clara, völlig hin und weg.

Clara, völlig hin und weg.

Als wir aus dem Flughafengebäude treten, klammere ich mich instinktiv an Dave’s Arm. Es ist stockdunkel, Regen peitscht uns entgegen und der Himmel wird von gleißenden Lichtblitzen erfüllt. Niemals in meinem Leben habe ich solch ein Unwetter erlebt. Mit dem Bus fahren wir Richtung Innenstadt, auch ‚Golden Triangel‘ genannt, nehmen dann die äußerst saubere und auf Grabeskälte klimatisierte Monorail und finden uns schließlich sitzend vor der vergitterten Eingangstür unseres Hostels wieder. Das Unwetter hat Licht und Wärme Platz gemacht und lässt uns schwitzen. Unser Gastgeber kommt früher als geplant und lässt uns großzügiger Weise direkt einchecken. Wir sind begeistert- nicht nur von seiner Nettigkeit, nein auch von dem endlich funktionierendem Internet, der Klimaanlage und vor allem der Schlafstätte mit Kissen. Einmal Probegesessen hat uns das Bett in seinen Fängen und breitet über uns eine Decke aus weichem Tiefschlaf.

Inzwischen sind wir wieder wach und ich muss sagen, Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias hat mich überzeugt. Ich bin restlos begeistert. Zwischen riesigen Türmen, breiten Hochhäusern und auch ärmlichen Gebäuden fährt man hoch über dem Erdboden mit der Bahn. Alle Schilder und Wegweiser, Restaurantkarten und Preise sind auf Englisch. Jeder spricht Englisch. Es herrscht weitestgehend Ordnung und Sauberkeit.

Wirklich nur für Frauen!

Wirklich nur für Frauen!

Das öffentliche Straßenverkehrsnetz? Kein Problem, alles ist logisch angeschrieben und ausgeschildert. Moderne wiederverwendbare Chips ersetzen Papierverschwendung. Schaffner? Der Zug bewegt sich Führerlos, und durch das Chipsystem und die extrem niedrigen Fahrpreise kann und will auch gar niemand

Klare Regeln!

Klare Regeln!

schwarz fahren. Frische, kalte Luft und klare Regeln halten die Wagons sauberer als unser Hostelzimmer und machen das Weiterkommen von A nach B extrem angenehm. Selbst die U -Bahnen sind, natürlich elektrisch geregelt, mit einer Glaswand zum Gleis abgetrennt, welche sich nur beim Besteigen des Wagons öffnet. Unfälle am Gleis? Damit nicht möglich.

 

Immer wieder kommen wir an grünen Oasen vorbei, essen unsagbar günstig gebratenen Reis und werden endlich! nicht ständig angesprochen. Auch die Preise sind hier für alle gleich. Kein Verhandeln, kein hundertmaliges ‚Nein-Danke‘- sagen. Einfach nur in Ruhe die Stadt erkunden. Natürlich gibt es auch miefige und vermüllte Ecken, aber die findet man ja überall.

Hier bleiben wir nun erstmal, machen uns überhaupt keinen Stress und fühlen uns richtig, richtig wohl.

Dämmerung in Kuala Lumpur

2016.09.15.131640-0064-Pano

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