18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Frühlingsgefühle

Also wenn ich ehrlich bin… habe ich doch langsam etwas genug von der rauen Kälte, dem eisigen Wind und den oft mondähnlichen Landschaften. Etwas Farbe und Sommer wären mal gut. Die daheimgebliebenen schicken mir Bilder vom Badesee. Ich werde etwas unleidlich und denke abermals sehnsüchtig an ein richtiges Haus. Eine Couch mit Kissen und Decken. Ein großes Fernseher mit Film. Ein knackiger Salat oder ein würziges Gericht von Mama. Aufbackbrezeln. Oh weh. Wohin driftet meine Dankbarkeit für die trockenen Nächte, das kostenlose Essen, den Luxus eines Autos und die Naturschauspiele ab? Wenn doch nur mal wieder die Sonne scheinen würde. Ich appelliere an Gott, er solle mal was verändern, und trinke einen einmonatig abgelaufenen Apfelsaft.

Irgendeiner der gefühlten hundert ‚-fosse‘, welche wir besuchten. Dieser befand sich meiner Meinung nach ganz in der Nähe des ‚Detifoss‘.

Wir fahren durch tiefe behangene wolkige Fjorde und an großen Wasserfällen hindurch und vorbei, bringen Kilometer für Kilometer hinter uns. Missmutig starre ich aus dem Fenster. Warum kann man Gefühle nicht einfach wegschicken? Als ob Gott über mich verzogenes Menschenkind schmunzeln würde, reißt die Wolkendecke auf und Lichtstrahle fallen hindurch. Augenblicklich verwandelt sich das triste Grün in strahlendes und die ganze Atmosphäre wandelt sich. An den Straßenrändern tauchen violette Lupinen Büsche auf. Immer größer werden die Felder, bedecken ganze Berghänge. Ein Meer aus Blumen auf das die Abendsonne scheint, wogendes grünes Gras. So wenig braucht es um mich wieder glücklich zu machen. Vielleicht bin ich ja doch nicht ganz so verzogen, denke ich still.

Wir biegen bei einem Flusslauf auf ein Feld ein und beschließen unser Nachtlager aufzuschlagen. Während unsere Nudeln kochen, lese ich das erste Kapitel von Daniel. Ich bin begeistert welche Wendung dieser Tag wieder einmal genommen hat. Natürlich könnte man alles des Zufalls bezichtigen. Aber was, wenn sich Gott wirklich um uns kümmert, uns umsorgt und nicht im Stich lässt. Ich möchte mehr erfahren. Wissen was noch drin ist. Ich will Radikales erleben. Es reicht mir nicht, nur an etwas Höheres zu glauben. Ich will mit dabei sein, und wissen zu was Gott in der Lage ist. Und ich will wissen, was sein persönlicher Plan für mich ist. Denn das hat er schließlich versprochen, in dem was er schreibt, und was wir Menschen Bibel nennen.

‚Er wird dich mit seinen Schwingen decken, und deine Zuflucht wird unter seinen Flügeln sein. Seine Wahrheit ist Schutz und Schild, damit du nicht vor dem Grauen der Nacht erschrecken musst.‘ – Psalm 91:4

« »

© 2019 18-300mm. Theme von Anders Norén.

%d Bloggern gefällt das: