18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Feels like Heaven

Mit unseren großen Rucksäcken bepackt marschieren wir in Richtung Ausgang auf der Suche nach unserem Mietwagenanbieter. 4 Stück gibt es zur Auswahl, bei allen sind die Tresen voll besetzt, doch nur bei einem gibt es eine riesige Warteschlange. Genau das ist unserer. Ok, Dave stellt sich in die Schlange. Ich sitze währenddessen auf Metallbänken und bewache unser Gepäck. Was gar nicht nötig gewesen wäre, denn überall lungern nur schlafende Japaner und Chinesen herum. Draußen ist inzwischen ein richtiger Sturm aufgezogen, tiefschwarze Wolken und ein starker Wind peitscht Regen gegen die Glasfronten. Es sieht seeeehr ungemütlich aus. Wir sind müde und abgespannt. Dave wartet immer noch. Ich lese währenddessen eine Werbezeitschrift der Insel und erfahre dass es ca 40 Schwimmbäder gibt, eindringlich vor Gefahren der Insel gewarnt wird und dass das isländische Krankenhaus so herabgekommen ist dass Einheimische beispielsweise auf eine Herzoperation 1-2 Jahre warten müssen.

Endlich ist Dave an der Reihe. Trotz der schon davor abgeschlossenen Versicherungen nun der erste Schock. 200 € für eine Staub und Asche Versicherung werden uns ans Herz gelegt. Ein riesiger Betrag für uns. Dennoch entscheiden wir uns dafür. Es wird uns erklärt wie und wo wir aufpassen müssen und der Mitarbeiter stellt uns noch 3 Wasserflaschen für die Reise hin. Er ist die ganze Zeit über äußerst freundlich und liebenswürdig. Auf die Frage ob ein zweiter Fahrer im Preis miteinbegriffen ist, verneint er. Und sagt dann plötzlich er werde den zweiten Fahrer einfach miteintragen. Als so gut wie alles abgeschlossen ist und wir unsere Schlüssel in der Hand halten, schiebt er uns noch eine grüne Box über den Tresen. Auf den ersten Blick sah es aus wie ein Navigationsgerät. Wir waren verdutzt und unglaublich dankbar zu gleich. Strahlten über beide Gesichter und bedankten uns. (Hatten wir doch nur eine Karte vorbereitet). Im weggehen schielte ich nochmals in die Box. Ich entdeckte einen Zettel auf dem stand: WIFI KEY. Jetzt war der Groschen gefallen. Dieser eh schon unglaublich nette Mitarbeiter hatte uns nicht nur einen zweiten Fahrer kostenlos eingetragen, sondern auch noch ein portables W-lan geschenkt. Was besseres hätte man uns gar nicht schenken können. Wir waren außer uns vor Freude! Schreiben, Fotos hochladen und Familien kontaktieren- rund um die Uhr. Thank you Jesus.

Im Glücksrausch laufen wir enthusiastisch aus dem Flughafengebäude und werden direkt einen halben Meter zurückgeschoben. Was hier Wind und Sturm bedeutet, das haben wir noch nicht gekannt. Wir kämpfen uns regelrecht durch und sind bei unserem Wagen ziemlich durchnässt. Doch im Auto schon wieder die nächste Überraschung : Es ist voll ausgestattet, ein Viertürer mit Sitzheizung, Aux und USB Anschluss. Erneut danken wir Gott wie sehr er uns segnet und welchen Empfang er uns beschert.

Mit Hunger im Magen und müden Augen fahren wir ca um 2 Uhr gen Reykjavik. Die Spurrillen auf den Straßen sind voll mit Wasser, dafür ist alles gut ausgeschildert. An einem Kreisel sehen wir ein „24-hours-open“ – Schild. Was für ein Glück, dass wir sofort einen Supermarkt entdecken, der auch noch 24 h offen hat. Vor der grünen Leuchtreklame steigen wir aus und werden von den fetten Beats einer lauten Musikanlage willkommen geheißen. Die Musik kommt aus dem Supermarkt. Völlig übermüdet albern wir in dem Laden herum und hopsen zur Musik vor den überteuerten Produkten in den Kühlregalen. An der Kasse steht ein groß gewachsener, dickbäuchiger Mann  mit rotem Vollbart und brummt den Refrain zum laufenden Song “ I am in love with the coco „. Dazu nickt er im Takt mit dem Beat. Ich kann nun nicht mehr an mich halten und unterdrücke nur schwer einen Lachanfall. Im Auto snacken wir dann eine geräucherte Makrele und Toastbrot. Es ist 3 Uhr nachts und schon wieder hell.

Island du bist alles andere – aber nicht das was ich erwartet habe.

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