18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Der erste Tag

Wieder einmal liegt der letzte Eintrag etwas länger zurück. Dafür möchte ich mich eigentlich entschuldigen, habe aber gar kein schlechtes Gewissen. Das Inselleben hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich keinen Gedanken mehr an Emails oder Blogeinträge verschwendet habe. Und irgendwo finde ich das sogar ganz gut- wenn man in der heutigen Zeit noch fähig ist, etwas nur für sich zu genießen. Nicht für die Internetwelt oder irgendwelche Berichterstattungen. Ganz vergessen hab ich euch jedoch nicht und will euch doch ganz gerne an all den sagenhaften Orten und Plätzen teilhaben lassen…

Wohlig strecke ich meine Beine und drehe mich auf die andere Seite. Dieses Bett ist einfach zu bequem. Ich lasse meinen Blick durchs Zimmer schweifen und kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. Dass ich gerade wirklich hier bin! Mientje und Dave liegen auch noch in ihren Betten uns schlummern vor sich hin. Sanfte Sonnenstrahlen lassen die Staubkörner in Lichtkegeln tanzen und locken mich vor unsere Zimmertür. Schmetterling flattern durch die angelegten Stauden und Büsche, das Grün des Gartens leuchtet und ganz leise höre ich das Meer. Ich stehe auf der kleinen Veranda und versuche alles in mich aufzunehmen und diese Erinnerung für immer zu behalten.

Yeehaaa!!!!

Nach einem ausladenden Frühstück im Restaurant gegenüber schwingen wir uns auf zwei Roller und düsen gegen den Uhrzeiger Sinn an der Küste entlang. Ich sitze hinter Dave und kann mich ganz der Sonnenstrahlen und der Landschaft erfreuen.  Salziger Fahrtwind macht meine Haut ganz klebrig und ich klammere mich fest an Dave. Die Straßen sind wenig befahren und so haben auch Dave und Mientje ihre Freude. Ganz besonders Dave, der eine größere Maschine ausgeliehen hat und die Fahrt mit wehendem Haar und verspiegelter Sonnenbrille im Gesicht offensichtlich äußert geil findet.

 

Unsere erste Destination ist ein mehrteiliger Wasserfall im Landesinneren. Wir fahren über eine Schotterstraße einen Hügel hinauf und lassen uns von Einheimischen den Weg weisen. Angekommen am Ziel und noch auf dem Roller sitzend, stehen bereits drei kleine Knirpse stramm. Ihr Anführer, der jüngste wie es scheint, fragt uns professionell nach unseren Namen, dem Herkunftsland und ob wir die Wasserfälle besichtigen wollen. Er spricht ausgesprochen gutes Englisch und läuft mit gekonnten Handbewegungen um uns herum. Wir beantworten seine Fragen und werden sofort informiert wo wir unsere Roller parken können. Ando deutet auf ein windschiefes Brettergestell und klatscht dann in die Hände. Es könne jetzt losgehen, er werde uns führen. Seine zwei Freunde laufen den Trampelpfad bereits voraus während er, wie ein echter Gentleman, den Damen den Vortritt lässt.

Auf unserem Weg durchs Unterholz erklärt er uns den Namen des Wasserfalls und wo welche Abzweigungen liegen. Gerade führe er nur sehr wenig Wasser, aber er wisse einen Platz wo wir baden können. Zwischen seinen Ausführungen überzeugt er uns mit Komplimenten, wie: „You look so handsome Dave!“ und „Mam, you are beautiful!“. In den Gumpen hüpft und springt er mit soviel Freude, wie es eben nur ein acht Jähriger kann. Ob ich nicht auch baden will, es sei wirklich erfrischend. Ich muss zählen wie lange er unter Wasser die Luft anhalten kann. Irgendwann ist unsere Tour beendet und wir verabschieden uns von dem kleinen Geschäftsmann mit einem Handschlag und ein paar Pesos. Wir sollen wiederkommen wenn es geregnet hätte, dann werde er uns noch besseres Badestellen zeigen, ruft er uns winkend hinterher.

Durch allerlei grüne Pflanzen führt die gut ausgebaute und asphaltierte Straße, direkt am Meer entlang zum nächsten Wasserfall. Dieser ist deutlich größer und hier sind wir auch nicht mehr die einzigen. Eine steinerne Treppe führt durch den Dschungel hinab zum Flussbett. Vereinzelt sehe ich eine türkise Farbe durchs Blätterwerk blitzen. Ob das der Wasserfall ist? Noch ein paar Stufen und vor mir breitet sich eine paradiesische Oase aus. Leuchtend türkis grünes Wasser ergießt sich über große Steintrassen. Eingerahmt von hohen, wilden Bäumen mit herabhängenden Schlingpflanzen und Einheimischen die sich an Lianen ins Wasser schwingen, fühle ich mich wie einer Szene aus dem Dschungelbuch entsprungen. Sonnenstrahlen tunken alles in ein goldenes Licht und lassen den Ort noch besonderer wirken. Während ich noch mein Handy zücke, um ein paar Fotos zu schießen, wirft Mientje sich bereits in den Bikini und hüpft ins Wasser. Zusammen springen wir den Wasserfall herunter und plantschen im kühlen Nass, bis uns die Puste ausgeht. Es ist herrlich.

Ist sie sie nicht schön?!!

Ist sie sie nicht schön?!!

Eine weitere Attraktion ist der natürliche Fischspa unter einem der bekannten Jahrhundertbäume. Schön öfters kamen Dave und ich an einem dieser Art Wellness-für-die-Füße Becken vorbei, doch nie sah ich ein, die Besitzer der eingesperrten Fische mit meinem Geld noch zu sponsern.  Auch Fische sind Tiere und gehören für mich nicht in kleine Becken nur um an käsigen Füßen knabbern zu müssen. Um so mehr freue ich mich daher über diese Gelegenheit. Zwischen all den anderen Chinesischen Besuchern halte ich meine Füße zögerlich ins Wasser. Und tatsächlich werde ich sofort von unzähligen Fischmäulern begrüßt. Dave holt noch eine Kokosnuss mit Trinkhalm und schon wieder ist so ziemlich alles ziemlich perfekt!

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