18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Caerula Ozeanum

Ein neuer Tag und wieder sitze ich auf dem Roller. Direkt hinter Dave’s breitem Rücken. Und ich strahle – übers ganze Gesicht. Dieses Freiheitsgefühl. Tun und lassen zu können was man will. Niemand weiß wo man eigentlich ist, wer man eigentlich ist und wo hin man fährt. Keiner fragt, keiner ruft an. Ich muss nicht zurück kommen.

Als sich der tiefe, grüne Blätterwald lichtet und Blick auf das azurblaue Wasser frei gibt, presst sich mein Herz gegen meine Brust. Es ist die schönste Meeresfarbe die ich jemals gesehen habe. Dunkel und geheimnisvoll, doch nicht angsteinflößend. Das Wasser sieht weich und einladend aus und ich will es entdecken. Meine Füße stehen auf einem  Strand aus weißen Muschelstücken. Wir haben gehört, dass es hier Schildkröten geben soll. Während ich noch das Farbspiel der kleinen Wellen beobachte, rennen Dave und Mientje bereits an mir vorbei und stürzen sich in die Fluten. Trotz aller Schönheit habe ich Respekt vor dieser Unterwasserwelt und muss alles erst einen Weile beobachten bevor ich mich in dieses geliebte aber fremde Refugium wage.

Dave winkt und ruft  ich solle endlich kommen. Er habe bereits die erste Schildkröte gesehen und alles sei einfach wunderbar. Also laufe ich los und das Wasser heißt mich willkommen. Ich schwimme raus, immer weiter weg vom Ufer. Über all die dunklen Korallen und das Seegras, mein Herz laut klopfend. Soweit habe ich mich allein und ohne Surfbrett noch nie raus getraut. Dave ruft mir ermutigende Worte zu und ich höre den Stolz in seiner Stimme. Und auch ich bin ein wenig stolz auf mich. Erneut der Angst entgegen zu treten, sich zu überwinden und mutig zu sein. Und mit unglaublicher Schönheit dafür belohnt zu werden.

Das Meer hat nicht nur eine unglaubliche Farbe, sondern hat auch die perfekte Temperatur, um so lange im Wasser zu bleiben, bis alles, aber auch wirklich alles verschrumpelt ist.

Das Meer hat nicht nur eine unglaubliche Farbe, sondern hat auch die perfekte Temperatur, um so lange im Wasser zu bleiben, bis alles, aber auch wirklich alles verschrumpelt ist.

Nach einer kleinen Runde schwimme ich zügig auf den massiven Felsen zu und hangele mich an der morschen Metallleiter nach oben. Am Ende des Felsenkletterns steht Dave und nimmt mich in die Arme. Er zeigt auf ein Betonsprungbrett hoch über den Meer und sieht mich bittend an. Mit allem was er hat versucht er mich zum Springen zu überzeugen und ich weiß es gibt kein Entkommen. ‚Nur‘ 10 Meter über dem Meer ist der kleine Vorsprung. Der höhere liegt auf 15 Metern. Ich wage kaum hinzugucken und winde mich. Doch die kindliche Freude über diesen Ort in Dave’s Augen lässt mir keine Option. Ich muss das jetzt machen. Ok, Clara. Und dann stimme ich zu und Dave scheint vor Aufregung fast zu explodieren.

Das Allerwichtigste vor dem Sprung ist, das auch ja wirklich jeder einzelne Dread perfekt sitzt. Vor allem, wenn eine Meute nach Action lechzender Asiaten um einen herumsteht.

Das Allerwichtigste vor dem Sprung ist, dass auch ja wirklich jeder einzelne Dread perfekt sitzt. Vor allem, wenn eine Meute nach Action lechzender Asiaten um einen herumsteht.

Ein paar Chinesen machen Bilder und zücken ihre Selfiesticks auf der betonernen Plattform. Als klar wird, dass wir zum Springen hier sind, geht ein tiefes Raunen durch die Runde und wir haben alle Aufmerksamkeit. Hand in Hand gehen wir bis an den Rand und Adrenalin rauscht in meinen Ohren. Dave sieht mich an und fragt irgendwas. Ich nicke nur. So weit das Auge reicht, azurblaues Wasser, so klar dass ich den Grund sehen kann. Dave drückt meine Hand und zählt runter… und dann springe ich. Ich schreie und explodiere. Hundert Gefühle gleichzeitig und dann bin ich auch schon im Wasser. Ich zittere und lache und strahle und wir schwimmen wieder zur Metallleiter.

Applaus und Fotogeknipse der Chinesen empfängt uns und Dave ist jetzt erst so richtig warm geworden. Er springt, hüpft und macht Backflips. Er ist voll in seinem Element. Mientje gesellt sich zu uns und legt noch mehr Mut an den Tag als ich. Beide springen vom 15 Meter Punkt und sogar ich traue mich noch einmal alleine zu springen.

Wir leihen uns Schnorchel aus, tauchen mit den Schildkröten. Sehen eine Wasserschlange und kleine Quallen. Fische knabbern an meinem Fuß und die Unterwasserwelt nimmt uns als Gefangene mit in ihre Tiefen. Irgendwann verlassen wir diesen Ort wieder und fahren an der Küste zurück zu unserem Resort. Eine Hängematte gespannt zwischen zwei Bäumen bildet den krönenden Abschluss des Tages.

So und hier noch ein kleines Video, da es dieses Mal nicht so viele Bilder gibt. (Bitte HQ einstellen)

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