18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Boot & Backflip

Heute lassen wir die Roller stehen und legen einen entspannten Tag ein. Eigentlich war ein Bootstrip nach Apo Island geplant, mit Schildkröten am Riff schnorcheln. Doch wegen zu unruhigem Seegang hat der Kapitän die Tour leider abgesagt. Auch heute scheint die Sonne in voller Pracht und der Tag könnte dementsprechend gar nicht gemütlicher beginnen. Frischer Mangosaft und Pfannkuchen mit Sirup zum Frühstück. Bikini an, und schon sitzen wir in den Hängematten und lesen. Sonnenstrahlen, weißer Sand, salzige Luft. Stunden gehen ins Land und ich bin völlig in die Welt meines Buches abgetaucht. „Hüpfen wir mal in den Pool?“, reißt Dave mich mit zerknittertem Sonnengesicht aus meinen Überlungen der Zustände des alten Roms. „Aber klaro!“, grinse ich breit zurück. Da wir in dem Resort fast ganz alleine sind, haben wir die kleine Oase zwischen den Palmen ganz für uns. Schon beim ersten Anblick hat mich der Pool umgehauen, dass selbst ein stehendes von Menschen angelegtes Gewässer eine solche Farbe haben kann? Und dass ich 24h berechtigt bin darin zu baden… das macht mich schon wieder so glücklich. Was für ein Vorrecht!

Dave nimmt Anlauf und schmeißt sich ins Wasser. Und schon geht das Gehopse los. Wie zu Freibadzeiten in Kindertagen werden Spritzwasser Wettbewerbe und Kunststücke mit Jury durchgeführt. Unser Mann ist völlig in seinem Element und bringt Mientje und mir die praktische Handhabe der Kunst eines Backflips bei. Er erweist sich als guter Lehrer, wenn wir Mädels wohl eher als schlechte Schülerinnen betitelt werden dürfen. Wir lachen und kreischen und mein ganzer Kopf scheint mit Poolwasser vollgepumpt zu sein. Es macht einen Heidenspaß.

 

„Hey, was ist eigentlich mit den Kajaks die hier herumliegen?“. „Die kann man sich ausleihen, sogar kostenlos!!“, meint Mientje, die gerade aus dem Becken kriecht. Dave ist Feuer und Flamme: „Lasst uns rausfahren!“

Gesagt getan. Gemeinsam tragen wie das grüne-gelbe Plastik Kajak zum Ufer des Meeres und machen es uns zu dritt gemütlich. An dieser Stelle ist das Ufer so flach, dass es von Seegras und Seeigeln nur so wimmelt. Wie Flößer aus dem 19. Jahrhundert stoßen wir mit den Paddeln in das seichte Gewässer und versuchen uns vorwärts zu bringen. Fehlanzeige- wir sind zu schwer. Also raus aus dem Boot und rein in die schlammige Grütze. Es blubbert und röchelt bei jedem Schritt. Wir kreischen albern und fühlen uns wie Kinder auf Entdeckungstour in Nachbars Garten. Endlich wird es tief genug und wir nehmen Kurs auf das Riff der Insel. Ganz Siquijor liegt auf einer Art Korallenriff, das 300-400 m vom Ufer entfernt plötzlich abfällt. Dort brechen auch die Wellen und man kann wunderbar schnorcheln. Kurz vor ‚Ende‘ der Insel machen wir Halt. Dave ankert unser Boot an einem Stein und wir erleben eine Seestern Kolonie aus nächster Nähe. Große blaue und dicke Orange mit blauen Punkten Seesterne liegen auf dem weißen Sand verteilt. Hier und da rollt ein Seeigel vorbei und ein kleiner Fisch sagt ‚Hallo‘. Bis zum wirklichen Korallenriff trauen wir uns nicht, da wir doch etwas Respekt vor Strömung und Sog in die Tiefe haben. Gebräunt und gesalzen machen wir uns irgendwann wieder auf den Rückweg und lassen den Tag in einem herrlichen bunten Sonnenuntergang enden.

 

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