18-300mm

For the two of us home isn't a place. It's a person. And we are finally home.

Von ungestümer Freude

Auch auf die Gefahr hin, dass ich euch langweile, so muss ich doch von der Größe und Schönheit dieses Landes schreiben. Von der Intensität der Farben, dem Rauschen des Windes, den Sonnenuntergängen und der Weite des wilden Meeres. Von dem Gefühl der Freiheit das mich überkommt, wenn ich bei dunklen Wolken, den Wind an meiner Kleidung zerrend spüre, über den feinen Sand durch hohes Dünengras laufe. Wenn alles was ich sehe dichter Nadelwald, hohe Bergspitzen und raue Wellen sind. Von dem Blick mit dem ich Dave ansehe, wenn wir in unserem roten Ford Explorer durch die mit weißen Schäfchen gespickten Graslandschaften fahren und ich weiß dass dieser größte Traum von allen gerade passiert. Ich es geschafft habe und so unglaublich gesegnet bin. Wenn ich morgens mit den Tieren des Waldes aufstehe, über die Pferdekoppeln laufe und freudig begrüßt werde. Von kleinen Häschen und munteren Schwalben, Wattewölkchen und rosa schimmernden Gräsern. Ich habe keine verklärte Brille auf, und bin auch nicht völlig verblendet. Nur läuft mein Herz mit offenen Augen und Ohren durch diese schönste aller Landschaften Gottes. Und wenn ich mit den Füßen durch die kalte Gischt springe, die Möwen kreischen höre und Figuren in den Sand male, dann scheine ich zu platzen. Und ich kreische und lache und renne. Werfe die Arme in die Luft und drehe mich um mich selbst bis mir schwindlig ist. Einfach weil ich dankbar bin. Für diese Schönheit, diesen Moment, diese Freiheit. Für dieses Gefühl wenn alles Materielle unwichtig ist, es nicht darum geht wie man gerade aussieht oder was andere denken. Und wenn man das eigene Ich ganz vergisst und gleichzeitig ganz nah bei sich ist.

Und so leben wir in diesem gemütlichen großen Holzhaus, mit unseren zwei Hunden Polly und Scooby, mit Oskar dem Kater, Hühnern und Pferden. Feuern an kalten Tagen den alten Ofen ein und sitzen an anderen Spicy Ginger Beer trinkend in der Abendsonne. Laufen durch hohes Gras und helfen unserem Nachbarn bei der Heuernte. Ich backe mein eigenes Brot und Gemüse ernten wir aus dem Garten. Wir diskutieren, lernen neues und setzen uns mit den Tiefen unseres Selbst auseinander. Verzweifeln daran und wachsen gleichzeitig.

Wir sind Weihnachten das erste mal allein. Getrennt von der Familie und den Freunden. Und es macht uns gar nichts aus- weit ab von all dem Stress und der üblichen Weihnachtsshow. Einhergehend mit Lichterketten, Kaufhausrausch, Gier nach Geschenken und den einmalig überfüllten Kirchen. So ganz ohne Kälte, Schnee, Rituale und Baum haben wir nur uns und unsere Herzen. Ohne alle Ablenkungen stehen wir also weihnachtlich ganz nackt da. Und was so viele gar nicht mehr wissen  ist, dass Weihnachten eigentlich ein Geburtstag ist. Ein Geburtstag der für uns alle gleichzeitig das schönste Geschenk ist. Also stehen wir eigentlich doch gar nicht so nackt da. Wir schenken Jesus unsere Herzen, ganz roh. Ohne Verpackung und Schnörkel, ohne Festessen und glasigen Blick. Und das ist ja eigentlich auch der einzigste und wahrste Grund von Weihnachten, weshalb wir ein wunderschönes hatten.

Es ist eine unbeschreiblich schöne und intensive Zeit, zu der es eigentlich nicht vieler Worte bedarf. Und so hat Dave sich diesmal noch mehr als sonst ins Zeug gelegt und immer wieder ein Bild für euch gemacht. Ich bin glücklich nach all den Monaten immer noch eure treuen Kommentare lesen und eure Anwesenheit spüren zu dürfen. Euer Mitgefühl, eure Freude, eure Mühen, ihr selbst seid ganz fest in meinem Herzen und habt alle einen kleinen Ehrenplatz. Eigentlich will ich nur sagen: Wir haben euch lieb!

Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! (1Korinther16:14)

 

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